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Erlebnispfad Geologie und Bergbau

Wanderführer

Das wildromantische Höllental ist im Frankenwald geologisch einzigartig: Vulkanische Aktivitäten während des Erdaltertums prägten diese Region. In der Erdneuzeit sägte sich der Flusslauf der Selbitz bis zu 170 Meter tief in das Vulkangesteinsmassiv ein und schuf eine enge Schlucht. Die Vulkangesteinsmassive des Höllentals enthalten stellenweise Eisen- und Kupfererze, nach denen Bergleute bereits vor Jahrhunderten schürften. Heute lädt das Höllental dazu ein, die steinernen Produkte der ehemaligen Vulkane sowie die Spuren der früheren Bergleute zu entdecken. Beim Wandern stoßen wir immer wieder auf eindrucksvolle Felsen und geheimnisvolle Stollen. Der Erlebnispfad „Geologie und Bergbau“ verläuft zwischen dem Höllental und dem westlich davon gelegenen Lohbachtal. Mit sieben Kilometern ist er der längste der drei naturkundlichen Rundwege im Höllental. Nach dem ersten Drittel besteht die Möglichkeit zu einer Abkürzung auf fünf Kilometer Länge. Wer stattdessen den gesamten Rundweg erwandern möchte, sollte festes Schuhwerk tragen, denn der mittlere Abschnitt auf dem Felsenpfad erfordert Trittsicherheit. Der Rundwanderweg beginnt und endet am Informationszentrum des Naturparks Frankenwald im alten Lichtenberger Bahnhof in Blechschmidtenhammer. Dort stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Unser Wegweiser ist das alte Bergbau-Symbol ,,Schlägel und Eisen‘‘ auf braunem Grund.

Station 1: Geologische Übersichtskarte zum Naturpark Frankenwald

An der Steilwand neben dem alten Lichtenberger Bahnhof steht vulkanisches Diabas-Gestein an. An der Felswand ist eine leichte Verschieferung zu erkennen – das Gestein erhielt durch Druck eine lagenförmige Struktur. Vom Wanderparkplatz aus starten wir nach Süden in Richtung Höllental. Vor dem Eingang ins Höllental zweigen wir nach rechts in die Straße nach Lichtenberg ab, nach hundert Metern erreichen wir

Station 2: Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen beim gleichnamigen Gasthaus

Der berühmte Naturforscher Alexander von Humboldt ließ diesen Stollen ab dem Jahre 1793 für die Entwässerung der Lichtenberger Erzbergwerke vortreiben. Seit 1993 saniert ein Förderverein den Stollen und baut ihn als Besucherbergwerk aus. Stollenführungen werden von April bis Oktober samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr angeboten. Für Gruppen können andere Termine vereinbart werden. Weitere Informationen im Internet unter www.friedrich-wilhelm-stollen.de oder im Gasthaus unter Telefon 09288-216. Hundert Meter oberhalb des Besucherbergwerkes, an der Straße nach Lichtenberg, zweigt der Erlebnispfad links ins Lohbachtal ab.

Station 3: Diabas-Felsen

Diabas nennt man das basaltartige Vulkangestein aus dem Erdaltertum. Es besteht aus den gesteinsbildenden Mineralien Kalknatronfeldspat und Pyroxen. In mehreren Steinbrüchen der Region wird das harte Gestein abgebaut und für den Straßenbau sowie als Zuschlag im Beton verwendet. Wir verlassen allmählich das Lohbachtal und wandern weiter entlang des oberen westlichen Hangs des Schwedensteins. Auf der anderen Talseite erkennen wir das historische Zentrum von Lichtenberg auf dem steil aufragenden Schlossberg.

Station 4: Alter Stollen und Vertiefungen eines ehemaligen Tagebaus

Wenige Meter rechts oberhalb des Weges sehen wir die ersten Spuren des früheren Roteisenerzbergbaus: Ein kleiner Stollen, der nach fünf Metern in einen Tagebau führt. Hier wurde das siegellack-rote Eisenerz erschürft, das am Schwedenstein in einem Flöz - einer schichtförmigen Lagerstätte - vorkommt. Der sich nun halbkreisförmig fortsetzende Forstweg führt uns im Norden um den Schwedenstein und schließlich in den oberen Westhang des Höllentals.

Station 5: Stollen „Blauer Löw“

50 Meter rechts oberhalb des Weges beginnt der 35 Meter lange Stollen, der auf 25 Meter Länge begehbar ist – der hintere Abschnitt steht unter Wasser. Gleich nach dem „Stollen-Mundloch“ (dem Eingang) erkennt man auf beiden Seiten das anstehende Roteisenerz-Lager. Es hat sich während der vulkanischen Aktivitäten in der Oberdevon-Zeit vor 350 Millionen Jahren im Meer gebildet. Heiße metallhaltige Lösungen traten am Meeresgrund aus. Das Eisen lagerte sich im sauerstoffreichen Bereich des Meeres als Roteisenerz ab. Außerdem kann man weiße Quarzgänge erkennen. Der Rundweg knickt 100 Meter nach dem Stollen „Blauer Löw“ scharf nach links ab und führt uns in den mittleren Hangbereich.

Station 6: Diabas-Mandelstein

Dieses Gestein enthält Kanäle, die mit Kalkspat gefüllt sind. Auf Bruchflächen wirken diese Kanäle wie kleine Mandeln - daher der Name. Bei der Verwitterung des Gesteins wird der Kalkspat herausgelöst, so dass die Kanäle als Hohlräume freigelegt werden. Dies entspricht dem ursprünglichen Zustand des Vulkangesteins, das bei der Abkühlung nicht vollständig entgasen konnte. Magma enthält gasförmige Bestandteile - hauptsächlich Wasserdampf und Kohlendioxid. Normalerweise kommt es beim Aufstieg des Magmas an der Erdoberfläche zur Entgasung - das Magma wird dabei zur Lava. Doch in diesem Fall erstarrte die Gesteinsschmelze, bevor das Gas vollständig entweichen konnte. So entstanden die Gasblasen-Kanäle, in die später Mineral-Lösungen eindrangen.

Verzweigung (V) am Felsenpfad:
Wer sich an der Verzweigung nicht für die Abkürzung ins Höllental entscheidet, sondern weiter auf dem Felsenpfad wandert, kann dort drei besonders eindrucksvolle Diabasfelsen bewundern:

Station 7: Diabas-Säulen

Die säulenförmigen Absonderungsformen des Diabases stammen von der Schlotfüllung eines ehemaligen Vulkans. Bei der langsamen Abkühlung des Magmas entstanden senkrecht zur Abkühlungsfront – von oben nach unten – Schrumpfungsrisse. Wie bei Vulkangesteinen typisch, variieren die Säulen: Viele sind sechseckig, es gibt aber auch einige mit fünf, sieben oder acht Kanten.

Station 8: Diabas-Pillows

Die über zehn Meter hohe Felswand zeigt kissenförmigen Diabas-Absonderungen, die nach dem englischen Wort für Kissen als Pillows bezeichnet werden. Derartige Pillows beweisen, dass die Eruptionen am Meeresboden stattfanden – so wie heute vor Hawaii. Die Lava trat schubweise heraus und formte sich zu abgerundeten Massen, die sich neben- und übereinander ablagerten. Im Meer bekam die Lava durch die rasche Abkühlung eine glasige Haut, im Inneren waren die Lavamassen zunächst noch glutfl üssig und plastisch. Durch das eigene Gewicht platteten sie sich gegenseitig ab, bis sie nach weiterer Abkühlung schließlich völlig erstarrten.

Station 9: Diabas-Tuffbrekzie

Der steil aufragenden Felsen zeigt eine betonartige Struktur. Das Gestein ist eine ,,Brekzie‘‘ - scharfkantige Bruchstücke befinden sich in einer feinkörnigen Grundmasse. Beide Komponenten haben die gleiche Zusammensetzung wie normaler Diabas. Die großen Bruchstücke entstanden durch Zerspratzen der Lava bei der raschen Abkühlung im Meer. Bei der feinkörnigen Grundmasse handelt es sich um verfestigte Ablagerungen von vulkanischen Aschen, die als ,,Tuff‘‘ bezeichnet werden. Das gegenüber der Erosion besonders resistente Gestein bildet im Höllental viele Fels-Überhänge. Schließlich erreichen wir den Talweg, dem wir nach links flussabwärts folgen.

Station 10: Blockmeer

Im unteren Hangbereich des Höllentals befinden sich große Blöcke, die durch Frost aus den Felsen gesprengt wurden. Ansammlungen derartiger Gesteinsbrocken an den Hängen der Mittelgebirge nennt man Blockmeere. Am Teufelssteg, den wir nicht überqueren, sehen wir am Hang und im Flussbett weitere Felsen aus Diabas-Tuffbrekzie.

Station 11: Ehemaliger Diabas-Steinbruch

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der feinkörnige Diabas zum Bau der Höllentalbahn abgebaut. Große Bruchsteine fanden Verwendung zum Bau der Stützmauern auf der anderen Seite der Selbitz sowie für die Brücke, die wir nach wenigen hundert Metern unterqueren.

Station 12: Diabas-Pillows

Zwischen der Bahnbrücke und dem Wasserkraftwerk sehen wir die untere Fortsetzung des Diabas-Massivs von Station 8.

Station 13: Diabas-Felsen

Kurz vor dem Ausgang des Höllentals steht der Diabas (analog zu Station 3) wieder in massiven Felsblöcken an, die oft von grüngelben Flechten überzogen sind. An der Selbitzmühle schließt sich der Kreis unseres Rundwegs auf den Spuren der alten Vulkane und der früheren Bergleute. Geradeaus erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt am alten Bahnhof in Blechschmidtenhammer.

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⇒ Erlebnispfad Geologie

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