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Erlebnispfad Wald

Wanderführer

Die Hänge zur Rechten und zur Linken des ca. 4,5 km langen Selbitztales sind Staatswald des Forstamtes Nordhalben. Das Naturschutzgebiet – mit rund 140 ha – umfasst an diesen Hängen ein breites vegetationskundliches Spektrum:

  • trockene Diabasfelsen
  • Spitzahorn - Lindenwald
  • wärmeliebender Traubeneichenwald
  • luftfeuchter farnreicher Schluchtwald

Diese stark unterschiedlich geprägten Lebensräume mit ihren Übergangsbereichen und Verzahnungen beherbergen auf engstem Raume, neben fast allen heimischen Baumarten verschiedenste, zum Teil seltene Pflanzen:

  • Pfingstnelke
  • Felsenzwergmispel
  • Bergminze
  • Pfirsichblättriger Schwalbenwurz
  • Nordischer Strichfarm
  • Tüpfelfarn verschiedene Felskrustenfl echten (Schwefelflechte)

Station 1: Ins Kronendach steigen

Der Samen dieser Fichte ist ungefähr 1960 gekeimt. 1999 hat der Baum eine Höhe von 19 Meter erreicht. Damit ist er sowohl vom Alter als auch in der Dimension noch jugendlich. Wenn die Fichte nicht durch Windwurf, Schneebruch, Trockenheit, gefräßige Schmetterlingsraupen (Nonne) oder Borkenkäfer geschädigt wird, kann sie durchaus noch bis ins Jahr 2090 wachsen und dabei bis zu 40 m Höhe und 80 cm Stammdurchmesser erreichen. Durch ihre Robustheit in der Jugend und ihre enorme Wuchsleistung hat sich die Fichte im Laufe der Jahrhunderte zur Hauptbaumart im Frankenwald – mit über 80% Flächenanteil– entwickelt. Ihr relativ leichtes Holz eignet sich hervorragend als Bauholz.

Station 2: Der Wald steht wieder auf

Nach dem Sturm wurde das noch verwertbare Holz der umgedrückten Stämme geerntet. Fichten-, Ahorn- und Vogelbeersamen keimen zusammen mit vom Eichelhäher und Eichhörnchen vergessenen Eicheln. 1992 wurden in weiteren Lücken Buchen gepflanzt. In der verwüsteten Windwurflücke entsteht ein naturnaher, artenreicher und stabiler Mischbestand. Im Staatswald des Forstamtes Nordhalben wurden seit 1980 über 3 Mill. junge Laubbäumchen gepfl anzt. Ein großer Teil von ihnen wurde als sogenannte Vorausverjüngung in bis dahin reine Fichtenwälder eingebracht. Die jungen Buchen wachsen während ihrer ersten Jahre - vor Frost und zu starker Sonneneinstrahlung geschützt - unter dem Schirm der alten Bäume. Naturverjüngung (aus Samen vor Ort gekeimte Bäumchen) komplettiert die neue Waldgeneration.

Station 3: Aus der Perspektive des Jägers - Warum Jagd?

Das Nahrungsangebot und die Fähigkeit zur natürlichen Verjüngung der Wälder dürfen nicht durch zu hohe Wildbestände überfordert werden. Der Mensch hat jedoch durch Beseitigung der natürlichen Feinde (Luchs, Wolf) und ein reiches Futterspektrum in der landwirtschaftlichen Flur die starke Vermehrung der Rehe gefördert. Im Winter konzentriert sich das Rehwild im Wald, da auf der Feldflur keine Nahrung mehr zu finden ist. Durch das Abäsen der Knospen der Mischbaumarten verursachen sie empfindliche Schäden (= Verbiss). Fleisch von natürlich und in Freiheit aufgewachsenem Wild ist eine gute Alternative zu Fleisch aus Massenviehhaltung. Appetit auf Wildbret? Fragen Sie bei Ihrem Forstamt oder örtlichem Jagdpächter nach!

Station 4: Holznutzung

Für eine naturnahe, einzelstammweise Nutzung des Waldes sind Rückegassen erforderlich. Bei Durchforstungen werden einzelne überzählige Bäume entnommen und zur Gasse hin gefällt. Auf der Rückegasse werden sie von Schleppern zur Forststraße befördert. So werden die Waldböden weniger durch befahren auf der Fläche geschädigt. Die im Bestand verbleibenden Bäume werden nicht verletzt und die aus Samen der Waldbäume gekeimte Naturverjüngung kann unbeschädigt aufwachsen. Ein letzter Kohlenmeiler im Frankenwald wird in der Thiemitz noch von Köhler Reuther betrieben.

Station 5: Höhlenbewohner

Vor allem Schwarz- und Buntspechte hacken in wochenlanger Arbeit eine 50-80 cm tiefe Höhle ins Holz. Bevorzugt werden Stellen, an denen die Holzspäne wegen beginnender Fäule leichter zu bearbeiten sind: Astlöcher in denen Wasser steht, abgestorbene oder beschädigte Bäume und Baumteile. Zu den seltenen Naturschätzen des Höllentales zählen der Weißrücken-Specht und Kleinspecht. Häufig stellen sich verschiedene Nachmieter ein, die sich selbst keine Höhle bauen können: Garten- oder Siebenschläfer, Marder, Eichhörnchen, Fledermäuse, Meisen, Kleiber, Hohltauben oder der kleine Sperlingskauz. So kann auch der vergessene, tote Baum verschiedensten Tieren einen neuen Lebensraum bieten.

Station 6: Fingerspitzengefühl

Während verschiedene Moose und Flechten besiedeln können, da sie ohne Saugwurzeln auskommen, sind Pilze auf den Boden bzw. Totholz angewiesen. Sie versorgen sich mit Nährstoffen aus anderen abgestorbenen Pflanzen. Dort wo genügend Holz ungenutzt im Wald liegen bleiben kann, findet sich eine Vielfalt von z.T. seltenen Pilzen (Stockschwämmchen, ästiger Stachelbart, violetter Schichtpilz). Pilze, wie der auffällige Zunderschwamm zersetzen totes Holz.

Station 7: Blick in die Krone

Folgen Sie mit den Augen über die Äste-Wendeltreppe dem Blick durch die Krone in den Himmel...

Station 8: Drei Schwestern

Diese 3 Fichten-Schwestern können gleich alt sein, nämlich ca. 60-80 Jahre. Auf ihrem kargen Untergrund, dem Felsen, haben sie sich gegen dutzende anderer ihrer Geschwister durchgesetzt, die gleichzeitig mit ihnen aus Samen gekeimt waren. Im weiteren Wettbewerb um Licht und Wurzelraum hat sich vor allem die linke Fichte einen Vorsprung verschafft und konnte so in der selben Zeit einen viel dickeren und höheren Stamm entwickeln als die beiden anderen. Wenn Sie 2 m weiter links, oberhalb des Weges hinsehen, können Sie erleben, wie dort für die natürlich angeflogenen Fichten eine ähnliche Geschichte beginnt. Welches Bäumchen wird hier im Rennen zum Licht gewinnen?

Station 9: Zwischen den Fichten

Die massenhaft nachwachsenden Fichten scheinen etwas unordentlicher und blassgrünlicher als die Tanne. Häufig wachsen Fichten auf umgestürzten, vermodernden Bäumen nach (z.B. gleich hier einige Meter weiter unterhalb des Weges). Die Tanne ist eher eine Einzelgängerin, die wie ihre Begleiterin die Buche in der Jugend auch mit einem schattigen Platz zufrieden ist. Dort kann sie viele Jahrzehnte warten, bis ihre Chance kommt. Fällt mehr Licht auf die Tanne, wächst zielstrebig ins Kronendach. Sie kann über 200 Jahre alt werden, und Höhen bis 50 m erreichen.

Station 10: Rebeccastollen

Der alte Bergwerkstollen bietet verschiedenen Fledermausarten Ruhemöglichkeiten am Tage und ein gleichmäßig temperiertes (ca. 4-8° C) Quartier für den Winterschlaf. Bemerkenswert auf dem Abraumplateau vor dem Stollen ist die Waldgesellschaft mit den so genannten Edellaubbäumen Ahorn, Esche und dem mächtigen Vogelkirschbaum.

Station 11: Spechtküche

Auf dem Speiseplan der Spechte stehen unter anderem Rossameisen und Fichtensamen. Um an die schmackhaften Ameisen zu gelangen, arbeiten sich die Spechte tief durchs Holz, denn das Nest befindet sich im Inneren des Stammes. Das sieht dann aus wie ein „Fenster“ im Stammfuß. Die nahrhaften Samen der Fichte muss der Specht unter den Schuppen der Zapfen heraushacken. Dazu benötigt er eine natürliche Werkbank: Entweder eine vorhandene geeignete Rindenspalte oder eine zu diesem Zweck selbst gehackte Klemmspalte in einem Stamm.

Station 12: Im Blätterwald

Hier haben die Förster nachgeholfen, um einen Mischbestand zu begründen, in dem möglichst bald wieder viel vom Naturprodukt Holz wachsen soll. Ohne das Eingreifen „des Menschen“ wäre vermutlich wieder ein fast reiner Fichtenbestand entstanden, da an Samenbäumchen außen herum nur Altfichten vorhanden sind. Ein reiner Fichtenbestand kann den ökologischen Ansprüchen in diesem Talbereich nicht gerecht werden. Der hohe Wassergehalt des Bodens lässt die Fichtenwurzeln nicht tief genug eindringen und fördert überdies Fäulnis im Holz. Ein lichter Laubwald kann dagegen die Boden- und Wasserverhältnisse optimal nutzen und ermöglicht sowohl Holzproduktion als auch vielfältige Lebensbedingungen für Auwaldpflanzen und Tiere.

Station 13: Teufelssteg

Durch Übernutzung in den Jahrhunderten intensiven Bergbaus und Holzbedarfs verlichteten die natürlichen Laubmischwälder des Höllentals. An den rauhen Hängen konnte zunächst nur mit der Fichte wieder Wald begründet werden. Die Forstwirtschaft versucht heute vor allem in den Talbereichen den ursprünglichen Laubwald wieder aufzubauen. In den Wäldern wie hier wachsen die Eichen und Fichten, aus denen der Teufelssteg gebaut ist: Dafür wurden 8-10 Eichen mit einem Alter von 120 Jahren und 6 Fichten mit einem Alter von 100 Jahren und einem Stammdurchmesser von je 40 cm benötigt. In unseren nachhaltig bewirtschafteten Wäldern wird nur soviel Holz geerntet, wie dauerhaft wieder an andere Bäume zuwachsen kann.

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