Frankenweg

Wandern
 -

01/19

 -

02/19

 -

03/19

 -

04/19

 -

05/19

 -

06/19

 -

07/19

 -

08/19

 -

09/19

 -

10/19

 -

11/19

 -

12/19

 -

13/19

 -

14/19

 -

15/19

 -

16/19

 -

17/19

 -

18/19

 -

19/19

 
In Untereichenstein, nur einen Steinwurf weit von Blankenstein durch die Selbitz getrennt, gehen Rennsteig, Frankenweg und Fränkischer Gebirgsweg nahtlos ineinander über. Unsere W...


Auf dem Frankenweg



vom Rennsteig zur Fränkischen Schweiz     116,4 km



Eine Wanderung zu den Glanzpunkten des Frankenwaldes.



 



Ich will nicht reich sein, will nicht Ruhm gewinnen,



Will auch nicht ohne Kampf sein, ohne Müh´ und Plage.



Um eins nur bitt´ ich, Herrgott, dich von ganzem Herzen:



Lass du mich wandern können bis zum letzten Tage.



Julius Kober



 



1.) Durch den Handweber-Frankenwald:



      vom Rennsteig nach Culmitz     25,4 km



 



Mit dem Handweber-Frankenwaldmeint Otto Knopf jenes Gebiet, das sich östlich der Wasserscheide erstreckt – jener Kammlinie, die den Frankenwald von SO nach NW durchzieht und im Döbraberg (794 m) die höchste Erhebung erreicht. Es ist jene Landschaft, in der die Bäche in weiten, grünen Talwannen gemächlich der Saale zustreben, um mit den Wassern der Elbe in die Nordsee zu münden. Auf den Höhen entstanden Waldhufendörfer, von deren Siedlungskern aus sich die Flurstreifen strahlenförmig zum Wald hin zogen. Der Wald tritt hier zugunsten freier Fluren mit schönen Weitblicken zurück. Aus nahezu jedem dieser Dörfer unserer Heimatregion, die wir auf dieser ersten Etappe durchwandern, konnte man vormals aus sehr vielen Häusern das vertraute Klappern der Handwebstühle vernehmen. Über viele Generationen hinweg verdienten die Menschen ihr Brot durch die Handweberei.



 



Der Wanderweg



 




In Untereichenstein, nur einen Steinwurf weit von Blankenstein durch die Selbitz getrennt, gehen Rennsteig, Frankenweg und Fränkischer Gebirgsweg nahtlos ineinander über. Unsere Wanderung beginnt mit dem Aufstieg zum Wiedeturm. Auf Höhenwegen kommen wir durch Wald und Flur mit schönen Ausblicken über den Aussichtspunkt „König David“ und über den Hirschsprung nach Blechschmidtenhammer mit dem Infozentrum und dem Schaubergwerk „Friedrich-Wilhelm-Stollen“. Schöne Tallandschaften, stille Waldwege und gelegentlich schöne Ausblicke begleiten uns durch das wildromantische Höllental, durch Marxgrün, durch das Froschbachtal, am Wildgehege in Pechreuth vorbei, zum Stadtrand von Naila. Über herrliche Ausblicke freuen wir uns beim Anstieg über Schottenhammer und Nestelreuth hinauf nach Marlesreuth, wo sich Besuche im Handwebermuseum und in der Kirche empfehlen. Durch Wald und Flur erreichen wir das erste Etappenziel, Culmitz im Talgrund des gleichnamigen Baches. – Während der gesamten Wegestrecke wandern wir auf bequemen und angenehmen Wegen.



Anmerkung:Wenn die Wanderstrecke verkürzt werden soll, können wir vor oder auf der Höhe von Christusgrün direkt nach Naila wandern.




 



Die Zugangswege:



17 ausgewählte Orte nahe des Frankenweges bieten die Möglichkeiten zur Einkehr und Übernachtung (und evtl. mit Sehenswürdigkeiten) als Ausgangspunkte zum Frankenweg an.   Sie sind mit einem gelben Querbalken auf weißem Spiegel mit dem Aufdruck „Zum Frankenwald“ markiert. Die Spitze weist jeweils zum Frankenweg hin.



Auf diesem Wegeabschnitt sind es: Issigau (nach Wolfstein) – Lichtenberg (nach Blechschmidten-hammer) – Bad Steben (zum Höllental) – Selbitz (nach )– Schauenstein (nach ) – Lippertsgrün (nach Culmitz)



 



Zeichenerklärungen:z.B. ..... Blechschmidtenhammer (E – 1,5 km) = von der zuletzt genannten km-Angabe (= „König David“) bis nach Bl´hammer beträgt die Entfernung 1,5 km. „E“ = Es besteht hier Einkehrmöglichkeit (Empfehlung: Wegen der Öffnungszeiten bzw. Ruhetagen anfragen). Am Anfang und Ende des Weges und an den Etappenzielen informieren Wegetafeln über den Verlauf des Weges.



 



Der Wegeverlauf



 



a) Vom Rennsteig über den „König David“ nach Blechschmidtenhammer     4,8 km



 



Zunächst verweilen wir einige Augenblicke am Selbitzufer am Denkstein und an der Wandertafel (Einweihung am 8.6.1986), die das Ende des 168,3 km langen, legendären Rennsteigs markieren, der auf den Höhen des Thüringer Waldes und des Frankenwaldes von Hörschel bis Blankenstein an Selbitz und Saale führt.



Nur einen Steinwurf weit trennt das letzte, überdimensionale „R“ an einer Erle das erste Markierungszeichen des Frankenweges mit dem leuchtenden roten Balken (Aufdruck „Frankenweg“) auf weißem Spiegel. Es führt uns auf angenehmen Wegen mit wechselnden Waldformationen aufwärts zur Höhe des Wolfsteins (549 m). Bei einem Abstecher zu dem 1903 anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von „Wiedes Papierfabrik Rosenthal“ von Wiede erbauten (Anton-) Wiedeturm genießen wir den Rundblick auf das fränkische und thüringische Umland (1 km). Nach dem jungen Mischwald und der vom Kyrill (Januar 2007) geschaffenen freien Hangfläche erreichen wir die Einzel Wolfstein (1,5 km). Unterwegs genießen wir den schönen Blick auf die malerisch anmutende Landschaft.



Ein Feldweg führt uns rechts aufwärts zu einer Stichstraße. Wenn wir hier die Straße abwärts gehen, treffen wir auf eine Steinschüttung. Seit dem Jahre 1992 ersetzen hier aufgetürmte, sich selbst überlassene Gesteins- und Erdmassen selten gewordene Steinbrüche. Es ist die  Ausgleichsmaßnahme zum Erweiterungsbau der A 9.



Mit dem Frankenweg nähern wir uns rechts aufwärts dem Gasthaus „Zum Hirschen“ (E). Beim Weiterlaufen kommen wir an einem Wanderparkplatz vorbei und erreichen nach der kleinen Anhöhe des Haselhügels den nächsten Glanzpunkt des Tages, den 170 m über der Talsohle thronenden Aussichtspunkt „König David“ (623 m – 2,5 km). Bei der Namensgebung stand ein Bergwerksstollen am Fuße des Berges Pate. Die gottesfürchtigen Bergleute gaben ihren Gruben gerne biblische Namen. Der Blick gleitet weit über die steilen, bewaldeten Berghänge des Höllentales bis zum fernen Döbraberg und hinüber zum nahen Schlossbergturm in Lichtenberg, der ältesten Stadt im Landkreis Hof.



Für trittsichere Wanderer empfiehlt sich kurz danach ein Abstecher links abwärts zum Wahrzeichen des Höllentales. Es ist ein von Julian Bittermann geschaffener und am 1.5.2002 eingeweihter lebensgroßer Hirsch aus dem Holz einer Douglasie. Um das Jahr 1850 stand wahrscheinlich der erste Hirsch auf dieser Felsklippe. Sein Ursprung geht auf Jagden des Markgrafen Friedrich zu Bayreuth (1735 –1763) zurück. Die drei letzten, ebenfalls lebensgroßen Hirschen wurden von Max Wurzbacher aus Issigau erstellt. 



Wir können aber auch unsere Wanderung gleich auf einem schönen Pfad rechts abwärts fortsetzen, der uns in vielen Windungen den bewaldeten Hang ziemlich steil abwärts nach Blechschmidtenhammer im Tal der Selbitz führt (E – 1,5 km). Das Infozentrum des Naturparks im thüringischen Stil erbauten, ehemaligen Bahnhof Lichtenberg zeigt die enge Verflechtung diesseits und jenseits der thüringisch-bayerischen Grenze vor der Wende. Empfehlenswert ist auch der Besuch des Friedrich-Wilhelm-Stollens. Es ist das bisher einzige Besucherbergwerk im Frankenwald.



 



b) Von Blechschmidtenhammer durch das Höllental nach Hölle     3,8 km



 



Bald empfangen uns in dem unter Naturschutz stehenden, wildromantischen Höllental die gewaltigen Felsblöcke im Flussbett der Selbitz und an den Hängen. Dazu erfreuen uns eine Vielzahl landschaftlicher Glanzpunkte, die Spuren der vormaligen Höllentalbahn, der 1855 m lange, 1886 erbaute Röhrensteig, das heutige, vormals als Holzfaserwerk erbaute Kraftwerk mit der Fontäne und die „domturmhohen Felswände mit wetterzerklüftetem Urgestein in mannigfaltigsten Gebilden“, die schon Dr. Oskar Köhl tief beeindruckten.



Wir berühren Teile der vom Naturpark geschaffenen Erlebnispfade (Wasser, Wald, Bergbau) und passieren die Stelle, an welcher der Sage nach der Teufel zu nächtlicher Stunde dem unerschrockenen Kohlenbrenner aus dem Thiemitztal erschienen sein soll. Teufelssteg, Teufelsstiege, Teufelsfelsen, Hölle und Höllental erinnern noch heute an diese nächtliche Begegnung. In Hölle (4 km) versäumen wir nicht den Abstecher zum kleinen Park. An einem der zwei heilkräftigen Tiefbrunnen (1901 wurde die Stahlquelle, 1907 die Prinzenquelle von Dr. Fritz Wiede erschlossen)  kann man sich kostenlos laben.



 



c) Vom Höllental über das Froschbachtal nach Naila     10,7 km



 



Wir überqueren die Selbitz und erreichen zunächst an ihrem Ufer ein kleines Wäldchen. Dann kommen wir auf einem Pfad und schönen Wegen, begleitet von eindrucksvollen Weitblicken, über eine Anhöhe durch Felder und Wiesen nach Marxgrün. Über die Kirche (1,5 km) und das ehemalige Rathaus verlassen wir den Ort durch eine Eisenbahnunterführung. Am Rande der reizvollen Tallandschaft des Froschbaches gehen wir auf einem naturbelassenen Feld- und Wiesenweg entlang und wandern später auf einem weichen, bemoosten Waldweg aufwärts zur Höhe (1,5 km)



Ohne Markierungszeichen geht es zum nahen Burgstall Weidenstein auf dem 75 m hoch aufsteigenden, nahezu baumlosen Plateau des Mühlberges. Heinrich Wolf datiert das Ende der einstigen Befestigungsanlage, die wahrscheinlich auf die Vögte von Weida zurück geht, schon auf die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts.



Wir kommen auf verschiedenen, stets angenehmen Waldwegennahe an den Froschbach und auch an einem kleinen Teich zu einem Übergang zur anderen Talseite. Wir wechseln hinüber und biegen auf den zweiten Waldweg nach links in den Nadelwald ein. Auf einem naturbelassenen, weichen Waldweg erreichen wir leicht steigend das idyllisch gelegene Dorf Christusgrün.



Nach dem Waldaustritt freuen wir uns über den freien Blick auf das Dorf und das Tal. Diese Ausblicke begleiten uns auch, wenn wir der Dorfstraße geradeaus durch den Ort folgen und dann auf einem Wiesenweg dem Waldrand entlang den Nadelwald erreichen. Bald biegen wir aber nach links ab und überqueren den Talgrund zu unserer vormaligen Forststraße. Ihr folgen wir nach rechts zu dem weitflächigen Wildgehege in Pechreuth (4 km). Der Froschbach, ein ehemaliger „fraischbach“, war ein Grenzbach zwischen zwei Gerichtsbezirken. Er entspringt bei Grubenberg und mündet bei Marxgrün in die Selbitz). Auf einem kurzen Abstecher erreichen wir das Gasthaus „Fränza“.



Nach dem Wald freuen wir uns bei Erbsbühl über den herrlichen Blick auf den Döbraberg, bald auch über den schönsten Blick auf die 1243 erstmals als „dorf zu neulins“ urkundlich erwähnte, vormalige Kreisstadt Naila, die wir nur am Stadtrand erreichen (E – 3 km).



 



d) Von Naila über das Handwebermuseum nach Culmitz     6,1 km



 



Wenn wir die Stadt nicht besuchen, biegen wir auf der alten B 173 nach rechts ab und überqueren gleich wieder die Straße nach links. Weiter geht es über das reizvolle Culmitztal zum landwirtschaftlich geprägten Weiler Schottenhammer (1,5 km). Das Haus Nr. 2, das Herrenhaus eines ehemaligen Hammergutes und das Haus Nr. 6, erst Hammerwerk, dann Mühle, stehen unter Denkmalschutz.



Wir laufen im Ort aufwärts und dann geradeaus durch die Fluren bergan zu dem einst historisch bedeutsamen Weiler Nestelreuth. Es war Sitz eines vormaligen Rittergutes. Wir laufen durch den Weiler und eine Waldabteilung, dann im Wald und am Waldrand links aufwärts zur Höhe. Wir sind beeindruckt von der harmonisch geprägten Landschaft und dem weitreichenden Blick, wenn wir im Freien bald nach Marlesreuth (E –2 km) kommen.



Beim Besuch des Handwebermuseums stellen uns fachkundige Leute Leben und Arbeit der Handweber anschaulich vor und führen uns in Gedanken zurück in die längst vergangene Zeit unseres „Handweber-Frankenwaldes“. Auch die Kirche ist sehenswert (bei Gruppen evtl. im Wechsel!). Beim Weiterwandern überqueren wir die Kreisstraße und laufen durch reizvolle Fluren mit schönen Weitblicken abwärts zum ehemaligen Bahnhof Culmitz, an einer geologisch interessanten Stelle (Info-Tafel) vorbei über den Culmitzgrund nach Culmitz (E – 2,5 km).



 



2. Vom Handweber-Frankenwald in das vormalige Flößerland:



     von Culmitz zum Wanderheim Köstenschmölz     21 km



 



Der Flößer-Frankenwald



Im engen Tal der Wilden Rodach an der Bischofsmühle umgibt uns eine deutlich anders geartete Landschaft. „Flößer-Frankenwald“ nennt Otto Knopf diese Region unserer Frankenwaldheimat, die sich westlich der schon genannten Kammlinie erstreckt. In engen Tälern, eingerahmt von steilen, hohen Waldhängen, rinnen die Floßwasser schneller dem Main entgegen und ergießen sich mit den Wassermassen des Rheins in die Nordsee. Auf den Höhen entstanden die Waldhufendörfer, deren Flurstreifen sich strahlenförmig vom Zentrum der Ansiedlung zum Wald emporzogen.



Hammerwerke dröhnten einst in den dunklen Tälern und verarbeiteten den Erzreichtum. Aber von noch größerer Bedeutung waren hier über viele Jahrhunderte die zahlreichen Floßteiche und die Floßwasser, auf denen die Flößer den Holzreichtum unseres Frankenwaldes bis in das ferne Holland brachten. – Diese die Wasser scheidende Kammlinie galt auch viele Jahrhunderte in groben Zügen als Glaubensgrenze, die einst das vormalige Herrschaftsgebiet des Bistums Bamberg von dem der Markgrafschaft Bayreuth trennte.



Wer im westlichen Frankenwald mit offenen Augen durch die Ortschaften geht oder durch Feld und Flur wandert, dem fallen viele Zeugnisse tiefer Frömmigkeit auf. Gepflegte Kapellen, Bildstöcke, Kreuze in den vielfältigsten Formen und Muttergottesstatuen in den Hausgiebeln zeugen von der tiefen Gläubigkeit ihrer Bewohner. Die Entstehung dieser Zeugnisse gläubiger Menschen geht auf die verschiedensten Motive zurück und liegt oft in ferner Vergangenheit.



 



Der Wanderweg



 




Der stille Culmitzgrund, der Döbraberg, die höchste Erhebung des Frankenwaldes, die Stätte des einstigen „castrum radekke“ und der Floßteich an der Bischofsmühle sind die Glanzpunkte im ersten Teil dieser Etappe. Das Teilziel erreichen wir auf immer schönen, angenehmen Wanderwegen und mit Ausblicken bis hin zum Fichtelgebirge. Auf dem Fahrweg und auf naturbelassenen Waldwegen begleitet uns die Wilde Rodach bis kurz vor die Löhmarmühle, wo wir dann im Hochwald bergan bis zur Straße wandern. Zwei am Waldrand versteckt liegende Waldhäuschen und die überwältigende Aussicht auf das Tal der Wilden Rodach mit dem Döbraberg kurz vor Wustuben sind ein weitere Höhepunkte dieser Etappe. Ehe uns der Wald bis zum aufgelassenen Kalksteinbruch vor Köstenhof wieder aufnimmt, genießen wir noch einmal den herrlichen Weitblick auf der Hochfläche von Elbersreuth. An der Stätte der einstigen Einzel Güldenstein halten wir inne und versuchen uns zurück zu versetzen in jene Zeit, als hier Menschen in der Einsamkeit des Waldes ihr Leben fristeten. Im engen Tal des Köstenbaches haben wir am Wanderheim Köstenschmölz mit seiner langen und wechselvollen Geschichte unser Etappenziel erreicht.




 



Der Wegeverlauf



 



a) Von Culmitz über den Döbraberg zur Bischofsmühle     8,6 km



 



Wir dürfen uns in Culmitz, dem „Bergdorf“ oder dem „Dorf, das an einem Berge liegt“ – so könnte sich der Ortsname des 1464 erstmals urkundlich erwähnten Dorfes nach Meinung von Heimatforschern ableiten lassen – nicht zu spät aufmachen, denn es liegt auch diesmal eine 25 km lange Tagesetappe vor uns, auf der uns wieder besondere Glanzpunkte und zwei lange, aber nicht allzu steile Anstiege erwarten.



Nach kurzer Wegestrecke auf ruhiger Straße biegen wir in das reizvolle Culmitztal mit seinen schönen Wiesen und Teichen ein und wandern auf bequemen Wegen, den Talgrund mehrfach wechselnd, aufwärts. Ehe wir das Tal letztmalig nach Osten hin überqueren, freuen wir uns über eine schöne Blumenwiese. Wir folgen der jungen Culmitz auf einem naturbelassenen Weg an gepflegten Teichanlagen vorbei links aufwärts, bis wir das Tal wieder nach links an einem Trafohäuschen vorbei auf einem Pfad überqueren. Der Weg wird etwas steiler und führt aufwärts durch den Wald und über die vormalige Eisenbahnlinie(nunmehr neuer Fahrradweg) nach Kleindöbra (E – 4 km).



Wir wandern über die Straße, zwischen Wohnhaus und Gasthaus zum Wasserhaus und weiter bergan zum Wald. Unterwegs genießen wir rückblickend die weite Aussicht und erreichen schließlich auf dem zum Schluss noch steiler werdenden Weg durch einen Hochwald den Gipfel des Döbraberges (794 m), der höchsten Erhebung auf dem gesamten Frankenweg (1 km). Von dem 18 m hohen Aussichtsturm hat man eine nur eingeschränkte, aber dennoch weite Aussicht. Der 1902 eingeweihte, nach dem Kronprinzen benannte Turm hatte einen Holzturm und zeitweise zwei hölzerne Vermessungstürme als Wegbegleiter.



Unser Weg führt abwärts zum Waldaustritt in östlicher Richtung (E – Abstecher 400 m). Wir können aber auch nach dorthin über die „herrlichen Aussicht“ an der Bergwachthütte in westlicher Richtung steil abwärts laufen und kommen dann auf einen Hangweg nach links zur gleichen Stelle am Waldrand. Auf dem Weg über die Fluren genießen wir nun die schöne, weite Aussicht bis hin zum Fichtelgebirge, queren die Straße und wandern auf einem angenehmen Waldweg nach rechts durch den Wald und kommen dann auf einem naturbelassenen Feldweg mit herrlichen Blicken auf das Umland nach Rodeck (E – 3 km).



Wir gehen in gerader Hauptrichtung durch das idyllische Dorf und erreichen auf einem ebenen Weg (zwischenzeitlich leider geteert) und einem Fahrweg den Burgstall Radeck. Das vermutlich im 12.Jahrhundert erbaute „Castrum Radekke“, das hier, nach drei Seiten durch steil abfallenden Berghänge und einen Halsgraben (8 m breit, 6 m tief) geschützt auf engem Raum stand, wurde im Bauernkrieg (1525) stark beschädigt und nicht wieder aufgebaut. Von hier aus gelangen wir auf rund 175 ungleich hohen Stufen hinab zum 1692 erstmals erwähnten (aber wahrscheinlich 200 Jahre älteren) Floßteich und zum Gasthaus und Pension Bischofsmühle (E – 1 km) mit dem neu installierten Mühlrad, das sich seit dem Sommer des Jahres 2006 wieder dreht.



Anmerkung: Wem die 175 ungleichen Stufen unangenehm sind, macht nur einen Abstecher zum Burgstall und umgeht die Stufen auf der umleitenden Markierung des Frankenweges.



 



b) Von der Bischofsmühle nach Elbersreuth                8,1 km



 



Am restaurierten Floßteich fühlen wir uns zurück versetzt in die Zeit der einst blühenden Flößerei und versuchen uns vorzustellen, wie seit dem 16. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit hier der Teichzieher an wasserarmen Tagen, zeitgerecht abgestimmt mit anderen Kollegen, die Schütze des Floßteiches für die notwendige Wassermenge zog. Wir folgen dem Lauf der jungen Wilden Rodach, dem vormaligen Floßgewässer. Hier trifteten einst die Flößer Stämme zur nächsten Schneidmühle und flößten die Grundkuppeln sicher zum nächsten Holzlagerplatz.



Wir wandern den vom Kyrill völlig entblößten Hang des Rodachrangen entlang und passieren die Mündung des Eisenbächleins. Diefer Pfefferkorn konnte nachweisen, dass hier einst der bereits 1372 erstmals urkundlich erwähnte Frankenhammer beiderseits des Gernzbächleins, des Eisenbaches, stand und deshalb über 150 Jahre lang zum Zankapfel zwischen Bamberg und den Reutzensteinern wurde. Am 25. Juni 1501 schlossen der Bamberger Bischof und die Reitzensteiner Frieden. 1540 wurde die Stätte nur noch als „wüste Hammerstatt“ beschrieben.



Vor uns grüßt von der Höhe der Schwarzensteiner „Schwamma“ (ein „Holzpilz“), ein schöner Aussichtspunkt an der Stätte des vormaligen Oberen Schlosses, und kommen zur Dorschenmühle, die heute noch über einen Generator die Energie aus der Kraft des Wassers vom Floßbach gewinnt. Nach uraltem Recht ist der Schneidmüller zum verbilligten Kauf einer bestimmten Menge von Stämmen aus dem Staatsforst berechtigt.



Bald haben wir auch das 1372 erstmals erwähnte, damals den „Rauschen“ gehörenden, Hammerwerk erreicht, das seit 1661 der Familie Ströhla als Schneidmühle gehört. Ein großer Portalkran überspannt das gesamte Tal mit dem großflächigen Betriebsgelände, auf dem die absolute Sauberkeit und Ordnung beeindrucken (E: 150 m aufwärts – 2,5 km).



Vorbei an den „Holzwerken Heinrich Ströhla“ laufen wir am linken Talrand mit gelegentlichen Blicken auf die urige Tallandschaft und die alte B 173, eine lange Wanderstrecke, bis wir vor uns durch die Bäume hindurch die Löhmarmühle rechts der Straße im Blick haben. Der Wanderschritt wird etwas langsamer, weil wir die zweite Steigung des bisherigen Weges durch gepflegte Waldabteilungen, den 603 m hohen Zinkenberg aufwärts zu erwandern beginnen.



Wir überqueren noch vor der Höhe die Straße Löhmarmühle-Presseck (5 km) geradeaus, laufen knapp 200 m auf dem Forstweg aufwärts, biegen dann in einer Linkskurve des Weges nach rechts auf einen naturbelassenen Waldweg ab und kommen dann sanft aufwärts zu den beiden am Waldrand versteckt liegenden typischen Frankenwaldhäuschen. Wir laufen den Wiesenweg ziemlich steil aufwärts zur Höhe und weiter zum nahen, 604 m hoch gelegenen, schmucken, auf einer kleinen Rodungsinsel gelegenen Weiler (Oberes Wustuben 604 m, Unteres Wustuben 480 m über NN) Wustuben (1 km).



Vorher – dank Kyrill – am „ehemaligen“ Waldrand, genießen wir an der Sitzgruppe und der Panoramatafel den phantastischen Blick auf das Rodachtal, und auf die (v.l.) Löhmarer Höhe (589 m), auf Schwarzenbach und drei seiner Stadtteile (Löhmar, Strassdorf, Schwarzenstein), den Döbraberg (794 m), den doppelköpfigen Rodachrangen (716/717 m) und den 699 m hohen Rodachsberg. Auf der Stichstraße kommen wir bald, von herrlichen Weitblicken begleitet, in das reizvolle Dorf Elbersreuth (E – 0,5 km) mit schön verschieferten Häusern und der Stätte, wo bis zum 18. Jahrhundert ein Wasserschloss der Wildensteiner (Nr.27, 27a; die „Schlossbauern“) stand.



 



c) Von Elbersreuth zum Wanderheim Köstenschmölz     4,3 km



Am Ortsausgang Richtung Köstenhof verlassen wir die Straße nach rechts, folgen dem Feldweg über die Höhe mit eindrucksvollen Weitblicken, dann geradeaus durch den Wald bis zum Beginn einer Wiese. Dort wenden wir uns nach rechts und erreichen nach wenigen Metren einen Forstweg. Wir wandern kurz nach links bis vor die Straße und geradeaus auf einem Steig bis zum mächtigen Betonmasten. Dort biegen wir auf einen Jägersteig nach rechts ab und folgen ihm und einem Waldweg bis zu dem von Fels kommenden und nach Köstenhof führenden Fahrweg. Wer in Fels/Schübelhammer (E – 3,5 km) einkehren oder übernachten will, folgt hier dem Weg 700 m abwärts.



Wer das Wanderheim als Ziel wählt, wendet sich hier links aufwärts nach Köstenhof (1,5 km). Wir kommen vorbei an dem am Westhang des 583 m hohen Schübelberges gelegenen, ehemaligen Marmorbruch, dessen dekorativer Kalkstein seit 1908 bei der Innenausstattung zahlreicher bedeutender Bauwerke in ganz Deutschland Verwendung fand. Unterhalb der (gegenwärtig geschlossenen) Gaststätte erinnert das einstige von Lerchenfeld´sche Forsthaus (Nr.11) an vergangene Zeiten.



Am genannten Gasthaus laufen wir den Feldweg nach rechts zum Wald, freuen uns über die schönen Ausblicke und gehen bald abwärts bis zu einer Sitzgruppe und Infotafel. Hier genießen wir die idyllisch gelegene, historische Stätte, wo einst die 1550 erstmals erwähnte Einzel Güldenstein bis in die 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts stand. Ein verfallener Eingang zu dem knapp 10 m langen Felsenkeller erinnert noch an längst vergangene Zeiten, als hier seine Bewohner neben bescheidener Landwirtschaft dem Vogelfang nachgingen und danach als Waldhüter, Tappenmacher und Handweber ihren kargen Lebensunterhalt verdienten. Auf Pfaden und naturbelassenen Wegen erreichen wir abwärts wandernd im engen Köstenbachtal das Wanderheim Köstenschmölz (E – 3,5/2,5 km). 



Vor der Gebietsreform gehörten die damals vier Häuser des Weilers (Lauterbach, Gasthaus Degelmann, Wanderheim und „Bergmannshaus“) zu drei Gemeinden und zu zwei Landkreisen. Heute sind es (mit dem Wohnhaus Degelmann) „nur noch“ zwei Gemeinden (Presseck, Wallenfels) und zwei Landkreise (Kulmbach, Kronach).



Der Name erinnert an den einst hier betriebenen Bergbau mit einer Schmelzhütte. Dort, wo das Pochwerk stand, wurde 1803 ein Haus gebaut, das 1893 einem Schieferdecker, bis 1934 einer Weberfamilie und anschließend dem „Stahlhelmbund“ gehörte. 1940 erwarb es der FWV. Mit zwei Unterbrechungen wurde es als Wanderheim genutzt.



 



3.) Vom Wanderheim Köstenschmölz zum Flößerort Unterrodach     19,5 km



 



Kapellen, Martern, Denkmäler und Kreuze – Zeugnisse frommer Gesinnung.



Wer im katholisch geprägten Frankenwald mit offenen Augen wandert, dem fällt eine große Vielfalt von liebevoll gepflegten Zeugnissen tiefer Frömmigkeit und großer Gläubigkeit der Menschen in dieser Heimatregion auf. Dieses Bild bietet sich auch auf dem Frankenweg von der Bischofsmühle bis über Kronach hinaus.



Noch vor Jahren gab es im Landkreis Kronach an die 100 Kapellen. Sie waren in der Vergangenheit weit mehr in das religiöse Leben der Menschen eingebunden. Sie dienten als gern angenommene Stätten für Maiandachten, zum Rosenkranz, zum Gebet für verstorbene Seelen, für Bittprozessionen und zum stillen Gebet. Sie wurden auch als Gedenkstätte für die Gefallenen gewählt, wie in Wallenfels auf dem Schlossberg.



Von gelebter Frömmigkeit zeugen auch die vielen kunstvollen und altehrwürdigen Martern (von Martyrium, Märtyrer), wie die Bildstöcke auch genannt werden. Als eine der ersten Marter gilt die im Jahre 1202 erwähnte „Mordsäule“, eine steinerne Säule mit Inschrift. Sie erinnert an den erschlagenen Bischof Konrad von Ravensburg. Doch Mord und Unglücksfälle mit tödlichem Ausgang waren nicht das einzige Motiv. Für unsere Vorfahren war es auch ein großes Anliegen, Gott um Schutz vor körperlicher oder materieller Not und vor schlimmen Unglücksfällen zu bitten. Häufig ging die Entstehung auch auf ein Gelübde zurück, oder war ganz einfach nur Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Gott und den Heiligen.



Symbole für diese Frömmigkeit der Menschen vergangener Tage und der Gegenwart sind die Marienstatuen in den Giebeln der Wohnhäuser und auch die unterschiedlichsten Denkmäler und die vielen Kreuze aus den verschiedenen Materialien und Ausführungen. Alle diese Zeugen wurden vornehmlich an Wallfahrtswegen, Kirchsteigen oder auch an viel begangenen Wegen aufgestellt. Die Vorübergehenden wurden zu einem kurzen Verweilen eingeladen, um für die Seelen der Verstorbenen oder zu eigenem Erbauen zu beten. Diese Einladung gilt auch heute noch für alle Wanderer.



Diese Aussagen und andere stützen sich auf Unterlagen von Roland Graf, dem Kreisheimatpfleger des Landkreises Kronach und exzellentem Kenner all dieser Zeugnisse frommer Gesinnung.



 



Der Wanderweg



 




Zwei bewaldete, weitflächige Talhänge und Hochflächen mit phantastischen Ausblicken prägen diese dritte Etappe. Gleich anfangs erwartet uns ein Aufstieg durch wechselnde Waldformationen. Nach dem Waldaustritt werden die Ausblicke mit zunehmender Höhe immer eindrucksvoller und erreichen vor Reichenbach, auf der Höhe bei Haid und auf einem Teilstück der Fränkischen Linie um Oberehesberg ihre Höhepunkte. Der abrupte Abfall der Fränkischen Linie zieht sich aus der Gegend südlich von Weiden ziemlich geradlinig von SO nach NW bis in den Raum von Schmalkalden in Thüringen. Im Bereich des Frankenwaldes verläuft diese Linie von Wirsberg in Richtung Stadtsteinach, Losau, Zeyern, Friesen nach Stockheim. Die faszinierende Landschaftsstufe ist der bis zu 300 m hohe Steilabfall des Frankenwaldes hin zum Obermainischen Bruchschollenland. Nach dem Weiler Mittelberg tauchen wir wieder ein in die Abgeschiedenheit und paradiesische Ruhe eines weiten Waldgebietes, das wir bis nach Zeyern durchwandern. Schöne Ausblicke, historische Stätten und wechselnde, reizvolle Waldabteilungen sorgen für eine sehr abwechslungsreiche Wanderung. Die informativen Panoramatafeln auf diesem Wegeabschnitt bereichern die Freude beim Erwandern des Frankenweges; sie wurden von der Werbegemeinschaft Steinachtal aufgestellt.




 



Zugangswege:



Von Steinwiesen und Wallenfels zur Höhe Haid – Von Wartenfels nach Oberehesberg – Von Seibelsdorf nach Mittelberg



 



Die Wegebeschreibung



 



a) Vom Wanderheim Köstenschmölz zur Radspitze               9,9 km



 



Hinter dem Wanderheim wandern wir auf einem Pfad ziemlich steil schräg aufwärts zu einem Forstweg, kommen bald zum „langen Weg“, dem wir scharf nach rechts durch wechselnde Waldabteilungen gemächlich aufwärts zur Höhe folgen. Nach dem Wald weitet sich der bisherige Ausblick auf den gegenüber liegenden Waldhang des Köstenbachtales mit der vormaligen Einzel Güldenstein und der verfallenen Einzel Breiteneben. Weiter geht es durch die Flur, vorbei an dem Wildgehege Vogler empor nach Reichenbach (3 km). Der 600 m über NN liegende Ort wurde 1126 erstmals urkundlich erwähnt, die Kirche 1958 geweiht. Die bis zumFichtelgebirge reichende Aussicht wird mit zunehmender Höhe immer eindrucksvoller.



 



Am Ortsende in Richtung Haid bewundern wir ein gepflegtes, 1913 von Andreas und Kathi Hildner gestiftetes, 1,20 m hohes, gusseisernes Kreuz. Vor dem Weiler folgen wir einem Feldweg aufwärts zum Wald (0,5 km – Bank, Panoramatafel) und genießen nach dem Aufstieg die phantastische Aussicht. Auf dem hier abzweigenden Zugangsweg nach Wallenfels steht am Waldrand ein 3.30 m hohes Holzkreuz mit Satteldach. Es geht auf ein Versprechen aus dem 1.Weltkrieg zurück. 400 m weiter können wir die „Göttlich Hilf“ bewundern. Es ist ein 3.60 m hohes und 2.40 m breites Flurdenkmal, ein seltenes „Volto-Santo-Kreuz“ (= heiliges Antlitz, heilige Gestalt). Es erinnert an einen Unfall aus dem Jahre 1800.



 



Durch gepflegten Hochwald kommen wir zum Kreuzstein (1 km), einem auf einem Sockel stehendes Kruzifix; wahrscheinlich war er ursprünglich ein „Kreuzstein“, ein in eine Steinplatte eingemeißeltes Kreuz. Geradeaus wandern wir auf dem Fahrweg zum Wald und freuen uns über die eindrucksvolle Aussicht bis hin zum Wetzstein (zweithöchster Berg im Frankenwald – 792 m) mit der Silhouette des markanten Altvaterturmes. In Oberehesberg (E – 2 km) werden wir durch eine überwältigende Aussicht auf das Fichtelgebirge und das Obermainische Bruchschollenland (beim Gasthaus) bis hin zum Staffelberg, nach Coburg und zum Rauhen Kulm überrascht.



 



Entlang der Fränkischen Linie geht es nun durch Flur und Wald (Panoramatafel!) zur Radspitzalm, dem Wanderheim der OG Seibelsdorf in Mittelberg (E – 2,5 km). Hier stand einst ein markgräfliches Schloss, das 1426 in einer Fehde zerstört und wieder aufgebaut wurde. Als die Amtmänner 1523 die Stätte verließen, war es dem Verfall preisgegeben.



 



Hinter dem Heim führt ein Steig kurz aber ziemlich steil zu einem angenehmen Waldweg, dem wir aufwärts zur Radspitze (0,5 km) mit dem 1955 eingeweihten und 2000 renovierten Turm folgen. Hier stand schon 1886 ein 11 m hohes „Aussichtsgerüst“, der erste Aussichtspunkt im Frankenwald. Neben der Aussicht vom Turm bietet sich vom nahen Startplatz der Drachenflieger ein herrlicher Blick auf die landschaftlich reizvolle Heckenlandschaft des Obermainischen Bruchschollenlandes.



 



b) Von der Radspitze nach Unterrodach     9,6 km



 



Kilometerlang führt uns nun der Frankenweg durch ein weites Waldgebiet talwärts nach Zeyern. Zunächst treffen wir nach einem naturbelassenen Waldweg auf einen Forstweg, dem wir lange folgen. Nach einem Ausblick auf das Kronacher Umland führt uns ein Abstecher zum versteckt liegenden Fröhlichstein, einem Sandsteinpfeiler aus dem 18. Jahrhundert („Friedrich Engelhard 1761“), an dem man die Krönung Mariens, ein Kruzifix und eine Pieta (Maria mit dem Leichnam Christi auf dem Schoß) erkennen kann.



Die nahe Waldkapelle Kirchbühl von 1841 erinnert an das katholische der einstigen zwei, etwas abseits stehenden Häuser des gleichnamigen Weilers, der einstens ständig ein Streitobjekt zwischen dem Bistum Bamberg und der Markgrafschaft Bayreuth war. Denn die Grenze trennte die katholischen Bewohner des einen Hauses von den evangelischen des Nachbarhauses.



Geraume Zeit wandern wir noch auf dem Forstweg, links an der Kapelle vorbei, weiter. Pfade und einsame Waldwege führen uns nun nach rechts über die 636 m hohe Markgräfliche Höhe durch die Stille wechselnder Waldformationen mit eindrucksvollen Ausblicken immer weiter abwärts. Wenn sich der Wald öffnet, bietet sich nochmals ein Blick über die Zeyerner Wand hinweg auf die weiten, bewaldeten Höhen des Frankenwaldes.



Wir durchqueren das 330 m hoch liegende, 1260 erstmals urkundlich erwähnte Zeyern (E – 6 km) mit der kath. Pfarrkirche St. Leonhard (mit einem Teil einer spätmittelalterlichen Wehrmauer) und wandern über das Tal der Rodach, die bei Erlabrück aus der (Zahmen) Rodach (von Rodacherbrunn in Thüringen kommend) und der Wilden Rodach (Quelle nahe Rauhenberg) entstanden ist.



Vom Sportplatz aus laufen wir nun über das Wehr und den beginnenden Mühlgraben und dann den Hang der Zeyerner Wand schräg aufwärts zur Hochfläche. Diese Wand, ein aus verschiedenen Muschelkalkfelsen bestehender Prallhang der Ur-Rodach, entstand durch die Erosionskräfte des Wassers (Info-Tafel!). Auf der Höhe erleben wir eine wunderbare Aussicht nach beiden Seiten über die Tallandschaften der Rodach und der Kronach bei Friesen.



Nachdem wir die Hohe Wart (468 m) überschritten haben, sollten wir auf einem Abstecher dem Fahrweg etwa 100 m weiter zu einem Rastplatz mit einer phantastischen Aussicht folgen. Der Frankenweg aber verlässt den Fahrweg nach links und geht durch eine beeindruckende Heckenlandschaft abwärts. Es ist ein Naturschutzgebiet, ein wahres Paradies für die Vogelwelt, das während der Blütezeit zu einem besonderen Erlebnis wird. Ein Wiesenweg und eine steile, schmale Ortsstraße führen uns nach Unterrodach zum Flößermuseum (E – 4 km). Ein Besuch lohnt sich!



 



Anmerkung: Wer nur zum „Flößerhof“ will, überquert nach der Heckenlandschaft das Tal am Birnbaum. Wer gleich nach Kronach wandern will, erreicht auf der Höhe geradeaus (ohne Markierung) den Baumstumpf der Rennesberger Linde, damit auch wieder den aus Unterrodach kommenden Frankenweg.



 



4.) Eine Kurzwanderung in das 1000-jährige Kronach



      Vom Flößerort Unterrodach in die malerische Altstadt von Kronach     8,4 km



 



Das mittelalterliche Kronach



Drei vormalige Floßwasser – Haßlach, Kronach und Rodach – begrenzen die mittelalterliche, 1000-jährige Stadt. Die „Urs Crana“ wurde im Jahre 1003 erstmals urkundlich erwähnt, als der Schweinfurter Markgraf Heinrich II., genannt Hezilo, seinen Sitz und Ansiedlung niederbrannte, um sie nicht an König Heinrich II. ausliefern zu müssen. Von 1122 bis zur Säkularisierung im Jahre 1803 war der Fürstbischof von Bamberg der Landesherr der Kronacher.



1000 Jahre hinterlassen deutliche Spuren. Verwinkelte Gassen und Straßen, altehrwürdige Gebäude, Brunnen und Türme, die Ehrensäule auf dem Melchior-Otto-Platz, das Bamberger Tor und die Stadtteile am Stadtgraben muss man in ihrer einmaligen Schönheit erleben – beschreiben kann man sie nicht. Schon um das Jahr 1300 erhielt Kronach das Stadtrecht und damit auch das Markt- und das Braurecht.



Die das Stadtbild prägende Festung Rosenberg mit dem prachtvollen Haupttor mit dem Wappen des Fürstbischofs Philipp Valentin Veit von Rieneck (1653-72), galt ab dem Jahre 1247 als nördlicher Eckpfeiler und als Bollwerk des Bistums Bamberg zum Schutze der Stadt, des Umlandes und der Handelswege. Sie war ein immer währendes Zeugnis von der Wehrhaftigkeit und der Tapferkeit seiner Bewohner. In mehreren Jahrhunderten wuchs sie um den alten Bergfried Ring um Ring zu einer mächtigen, uneinnehmbaren Festung. Sie war zu keiner Zeit eine Burg zum Wohnen, auch keine prunkvolle Residenz, sondern immer nur ein Symbol großer Macht.



 



Zugangswege:     Von Friesen zur Rennesberger Linde



 



Der Wanderweg



 




Heckenlandschaften, das Naturdenkmal, der Stumpf der Rennesberger Linde und der „neuen“ Linde, die beiden Bildstöcke, der Festungspark, das 1000-jährige Kronach mit der Festung Rosenberg und dazu mehrfach eindrucksvolle Ausblicke kennzeichnen die kurze Wanderstrecke, die durchwegs auf angenehmen Wegen und Pfaden verläuft.




 



Die Wegebeschreibung



 



a.) Von Unterrodach über die Rennesberger Linde bis zum Festungspark    6,9 km



 



An Kirche und Rathaus vorbei kommen wir die Straße rechts aufwärts zum Hotel Flößerhof (E), dann danach rechts durch die Siedlung und den Grund hinauf zur anderen Talseite, zum Birnbaum, nahe des von der Höhe kommenden Frankenweges. Wir wenden uns gleich nach links. Auf einem Pfad mit herrlichen Blicken auf die idyllische Heckenlandschaft des Kreuzberggebietes wandern wir hinauf zum Naturdenkmal „Rennesberger Linde“ (1 km).



Im Schatten der altehrwürdigen Linde stehen zwei Sandsteinmarterln. Auf der einen („Fößel ...1780“) sieht man den Erzengel Michael, den hl. Petrus, die Glosberger Muttergottes und den hl. Josef, auf der anderen die Heiligen Petrus und Paulus und eine Taube als Symbol des Hl. Geistes. Nach der Überlieferung sollen hier einmal drei von der Fronarbeit arg geplagte Bauern einen Aufseher erschlagen haben. An diesem Naturdenkmal genießen wir den eindrucksvollen Weitblick, der im Norden bis Glosberg und Wilhelmsthal, im Süden bis zur Fränkischen Linie und Seibelsdorf reicht.



Quer über die Straße, am Wasserhaus vorbei und weiter in gerader Hauptrichtung  über zwei Wiesenflächen, treffen wir auf einen Feldweg und folgen ihm nach rechts durch die Flur, dann nach rechts im Wald abwärts nach Dörfles (E – 1,5 km). Wir queren den Ort und das Tal der Kronach geradeaus, überschreiten die B 85 (Ampel!) in Richtung Rosenhof und kommen dann im Wald auf einem Pfad über eine Freifläche (Aussicht!) aufwärts kurz vor dem Waldaustritt zur Höhe und zum ebenfalls zertifizierten Burgenweg.



Bald genießen wir Ausblicke auf die Kaltbucher Höhe mit dem Lucas-Cranach-Turm, auf Gehülz und Seelach und auf das Kronacher Umland. Auf dem von Bäumen gesäumten Fußweg, dem „Kilometerweg“, laufen wir zum Festungspark mit seinen mächtigen Baumveteranen. Unterwegs bieten sich herrliche Ausblicke.



 



b.) Vom Festungspark über die historische Altstadt zum Plessi-Turm     1,5 km



Mit der historischen Altstadt und der Festung erleben wir einen weiteren Höhepunkt dieser Etappe. Seit 1249 sichert die Festung Rosenberg den Zugang zu den drei Frankenwaldtälern und symbolisierte die Macht der Bamberger Bischöfe. Von 1656 bis 1733 wurde sie zur nie bezwungenen Festung ausgebaut. Eine Infotafel gegenüber der JVA informiert über die vielen historischen Gebäude der Stadt. Fest steht: Man muss Kronach (möglichst mit einer Führung) erleben, um seine vielfältigen Schönheiten kennen lernen zu können. – Die fünfte Etappe beginnt am Plessi-Turm, am Beginn des Geländes der Landesgartenschau von 2003.



 



5. Vom Frankenwald zum Maintal



     Von der Festung Rosenberg über die Kirchleuser Platte



     zur Plassenburg in Kulmbach     23,2 km



 



Das Obermainische Bruchschollenland



Das Obermainische Bruchschollenland wird vom Frankenjura im Westen, Frankenwald im Nordosten und den Ausläufern des Fichtelgebirges im Osten eingerahmt. Der Name leitet sich von seiner erdgeschichtlichen Entstehung ab. Sedimente (Ablagerungen) bzw. Schollen des Buntsandsteins, des Muschelkalks, des Keupers und anderer sandiger, kalkiger und toniger Gesteine waren ursprünglich übereinander gelagert. Kräfte aus dem Erdinnern haben die Schollen gegeneinander verschoben und zum Teil senkrecht gestellt. Weil oben alle genannten, erdgeschichtlichen Formationen mit ihren Verwitterungserscheinungen an die Oberfläche treten, entsteht eine Vielzahl kleinräumlicher Gebilde.



Je nach Härtegrad des Materials bilden sich oft auf engstem Raum die unterschiedlichsten Geländeformen, so zum Beispiel die Muschelkalkhänge und Plateaus bei Ködnitz und Kirchleus, oder die aufsteigenden Buntsandsteinberge des Burgberges, des Rehberges und des Spitalwaldes bei Kulmbach. Eisensandsteine des braunen Jura bilden die Höhe des Patersberges. Dagegen sind die weicheren Keuperformationen um das Tal des Roten Mains und nach dem Mainzusammenfluss bei Steinenhausen für die welligen Geländeformationen verantwortlich.



Der Main und seine Zusammenflüsse tragen mit ihrer Erosion noch dazu bei, dass ein buntes Gemisch verschiedener Landschaften, das heißt, ein Bruchschollenland entsteht.                                                                                                  Hans Nützel, Kulmbach



 



Der Wanderweg




Nach dem Aufstieg von Fröschbrunn zur Kaltbucher Höhe empfängt uns dort ein eindrucksvoller Weitblick, der sich auf dem Lucas-Cranach-Turm noch verstärkt. Durch schöne Waldabteilungen kommen wir, auf einer Altstraße abwärts wandernd, durch weite Waldabteilungen in das „Bierdorf im Frankenwald“. Auf dem Wege zur Kirchleuser Platte genießen wir die Weitblicke auf das Küpser Umland. Auf diesem Höhenrücken beeindruckt nicht nur die überwältigende Aussicht, sondern auch die historische Stätte des Samelsteines. Der Patersberg mit dem Schaudichum und der phantastisch schönen Aussicht  beim Waldaustritt vor Höfstätten sind weitere Glanzpunkte dieser Wanderstrecke, die durchwegs auf angenehmen Wegen und Steigen durch wechselnde Landschaften führt.




 



Zugangswege:      Von Fischbach nach Weißenbrunn – von Wötzelsdorf nach Weißenbrunn – von



                             Kirchleus zum Samelstein – von Höferänger zum Beginn des Patersberges



 



Die Wegebeschreibung



 



a.) Von Kronach nach Weißenbrunn, dem „Bierdorf des Frankenwaldes“     6,6 km



 



Nach dem Gelände der vormaligen Landesgartenschau kommen wir am Gasthaus Fröschbrunn (E – 1 km) vorbei, mit seiner 830 m langen, mit sieben Steilkurven versehenen Sommer- und Winterrodelbahn, und wandern auf einem stillen Waldweg durch einen gepflegten Hochwald aufwärts, kommen auf dem Scheitelpunkt dieses Wegs auf einem Pfad nach links an einem längst aufgelassenen Sandsteinbruch vorbei zum Weiler Kaltbuch (2 km).



Wir genießen dort nach dem Aufstieg den weiten, eindrucksvollen Blick auf das Küpser Umland, Schloss Banz und den Staffelberg, wenn wir kurz an den Waldrand treten. Weiter geht es über die Straße und im Wald in einem Bogen um den Weiler herum. Der schöne Ausblick weitet sich mehr und mehr, bis wir ihn vom 22 m hohen, 1913 erbauten und 200 m über dem Rodachtal auf dem 496 m hohen Kaltbucher Knock thronenden Lucas-Cranach-Turm  voll genießen können (1 km). Seinen Namen erhielt er vom bedeutendsten Sohn der Stadt – Lucas Cranach d.Ä.)



Nach dem Fernsehumsetzer kommen wir nach rechts auf einem weichen Pfad durch schöne Waldbestände zu einer Altstraße – sie führte von Kulmbach nach Kronach und kreuzte am Samelstein eine weitere Altstraße (Bamberg – Burgkunstadt – Hof).



Auf dem historischen Fahrweg erreichen wir abwärts wandernd die Weißenbrunner Spinne. Hier wenden wir uns halblinks zu einem Fahrweg und wandern noch vor dem ersten Haus von Wüstbuch durch den Wald durch vermischte Baumbestände leicht steigend über einen Hohlweg auf immer angenehmen Wegen an einem kleinen Birkenwäldchen vorbei zur Höhe.



Nun laufen wir wieder mäßig abwärts bis zu der Wegespinne am „Baum“. Zusammen mit anderen Wanderwegen geht es nun steil abwärts, zunächst einen ausgeschwemmten Weg – dann etwa 100 m auf einem Waldweg eben nach rechts – um wieder nach links auf angenehmen Pfaden an der Kiesgrube vorbei bergab nach Weißenbrunn, dem „Bierdorf im Frankenwald“ zu gelangen. Über die Sandstraße erreichen wir die Hauptstraße. Der Ort wurde 1350 erstmals erwähnt, ist aber bestimmt schon viel älter (E – 3 km).



Gegenüber fällt uns nahe der Kirche eine steinerne Schönheit als Brunnenfigur auf, die Jungfernkättl, das Wahrzeichen des Ortes. Aus ihren Brüsten sprudelt Wasser (und einmal im Jahr Bier).



 



b.) Von Weißenbrunn zum Samelstein     5,7 km



 



Wir gehen nach links durch den lang gestreckten Ort, biegen erst vor dem Ortsende nach rechts in die Grüner Straße am anderen Ortsende nach links ab und steigen über 75 Stufen aufwärts, laufen zunächst nach links und dann mit schönen Rückblicken rechts aufwärts zur Einzel Hohenwart.



Doch schon vorher wenden wir uns nach rechts in den Wald und wandern im Schatten des Hochwaldes auf angenehmen Wegen und Pfaden den Geiersberg (685 m) empor. Oben folgen wir einem bequemen, naturbelassenen Waldweg, später einem angenehmen Pfad bis nahe zur Einzel Holzhaus, wo uns eine wunderbare Aussicht auf das malerische Umland, auf Küps und sein Umland empfängt. In der Nähe der Weiler Bohlbach oberhalb der Schlottermühle: Nach der Sage erbauten die Franken, wohl schon im 5. Jahrhundert, dort eine Burg zur Sicherung des Leßbachtales.



Durch wechselnde Landschaftsformen kommen wir durch Wald und Flur auf angenehmen Wegen am aufgelassenen Kirchleuser Steinbruch vorbei zum Beginn der 3 km langen und 1,8 km breiten, nahezu ebenen, aus Weißjura bestehenden Kirchleuser Platte (4 km). Die Schlottermühle ist seit 1487 nachweisbar und seit 1618 im Besitz der Familie Ehrhardt.



Beeindruckend sind die Ausblicke nach Osten und gelegentlich auch die weit reichenden herrlichen Ausblicke (auf der Straße nach Schimmendorf) nach Westen. Ein Glanzpunkt der Wegestrecke ist der weite Rundblick vom Kirchleuser Knock, den wir vom Samelstein aus auf dem Zugangsweg nach Kirchleus (750 m einfach) erreichen.



Die sehr schönen Wegestrecke führt zu eben diesem Samelstein, einem der ältesten, deutschen Historiensteine (3 km). Er zeigt einen gegürteten Mann, der wie zum Schutz die Hände hoch hält. Das Original steht gegen den Willen einer Interessengemeinschaft im Obermainmuseum in Kulmbach. Die Nachbildung wurde zerstört.



 



c.) Vom Samelstein zur Priemershofer (Main-) Brücke in Kulmbach      10,9 km



 



Nach dem Überqueren der Straße nach Schimmendorf laufen wir auf der Höhe des Kirchleuser Rains, wie der Höhenrücken auch heißt, ein gutes Stück weiter und verlassen den Höhenrücken mit einem phantastischen Weitblick nach Westen hin abwärts zum ersten Haus von Oberdornlach (3 km – E: 300 m im Ort). Im Dorf ist heute noch für Kundige der Kernhügel der vormaligen Burganlage erkennbar.



Ohne Abstecher zur Einkehr in Oberdornlach wandern wir – begleitet von schönen Ausblicken – auf einem naturbelassenen Feldweg geradeaus weiter, durch die Fluren über eine Anhöhe und durch eine reizvolle Tallandschaft und dann eine Weile im Wald ziemlich steil aufwärts zum Beginn des Höhenrückens des Patersberges. Auf weichen Waldwegen kommen wir auf der lang gestreckten Höhe durch Kiefernhochwald zum Aussichtsturm „Schaudichum“ (3 km), einem viereckigen, 1838 erbauten, 8 m hohen Sandsteinbau auf dem südlichen Gipfel des 528 m hohen Patersberges.



Auf stets angenehmen Pfaden und Steigen wandern wird in Serpentinen durch lichten Hochwald den Hang des Patersberges lange und beständig abwärts. Am Bergfuß lädt eine Sitzgruppe mit einer überwältigenden Bilderbuch-Ansicht auf Kulmbach, die Plassenburg und die waldreiche Umgebung zum Verweilen ein. Mit der sich ändernden, aber immer schönen Aussicht laufen wir durch zwei Höfe des Weilers Höfstätten. Sein Ursprung geht wohl bis auf das Jahr 1000 zurück; nach dem Brand 1630 war der Ort zeitweilig verlassen und vergessen.



Wir überqueren die Straße, wandern weiter auf einem angenehmen Feldweg durch eine harmonisch gestaltete Landschaft, am Haidhügel vorbei, dann bald an einer Baumgruppe vorbei nach rechts über einen Wiesengrund und in einem schönen Wiesental weiter abwärts und über den Mühlbach in den 1360 erstmals urkundlich erwähnten, sicherlich aber weit älteren Kulmbacher Ortsteil Metzdorf (E – 3,5 km).



Am Stadtrand kommen wir zur Priemershofer Mainbrücke (0,5 km). Der einst große, bedeutende Priemershof (1338 erstmals erwähnt) ist als eigenständiger Ortsteil nicht mehr zu erkennen. – Von hier aus kann man das Zentrum der „heimlichen Hauptstadt des Bieres“ erreichen und von dort aus die 1135 erstmals erwähnte Plassenburg (von 1397 bis 1604 Verwaltungszentrale des Fürstentums Kulmbach-Bayreuth) mit dem prächtigsten Renaissance-Burghof und den Museen. Auch Reste der Befestigungsanlage und städtebauliche Kleinode laden in der Stadt zum Besuch ein.



 



6.) Vom Maintal zum Görauer Anger



      Von der Priemershofer Brücke über den Görauer Anger nach Görau  18,9 km



 



Die Stadt Kulmbach



Kulmbach nennt sich wegen der Jahrhunderte alten Brautradition gerne die „heimliche Hauptstadt des Bieres“. Die Stadt hat jedoch als geographischer Mittelpunkt Oberfrankens am Zusammenfluss vom Roten und Weißen Main noch weitaus mehr zu bieten. Es ist vor allem die über der Stadt thronende Hohenzollernfeste Plassenburg, die mit dem „Schönen Hof“ den prächtigsten Renaissance-Burghof Deutschlands aufweist. Stadt und Burg verbindet eine wechselvolle gemeinsame Geschichte.



Die Stadt wird als Gründung der Andechs-Meranier erstmals im Jahre 1035 erwähnt. Ca. 100 Jahre jünger ist die Plassenburg. Von 1340 bis 1604 Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach, beherbergt die Burg heute eine Reihe von Museen, darunter das Deutsche Zinnfigurenmuseum mit mehr als 300 000 Figuren. Bedeutsam ist auch ein Exemplar der Ebstorfer Weltkarte. Auf 10 qm sind auf der mittelalterlichen Radkarte die um das Jahr 1250 bekannte Erdteile Asien, Afrika und Europa dargestellt.



Innerhalb der noch teilweise erhaltenen Mauer um die Altstadt mit etlichen Wehrtürmen findet der Besucher eine Anzahl städtebaulicher Kleinode. Neben einigen Kirchen und Bürgerhäusern seien das Rathaus mit seiner Rokokofassade und das mittelalterliche Badhaus genannt.



Eine Reverenz an das Bier stellt das Kulmbacher Bierfest dar, das inmitten der Stadt jährlich vom letzten Juli- zum ersten Augustwochenende gefeiert wird. Mit der Geschichte des Bieres befasst sich das Bayerische Brauereimuseum in der ehemaligen Mönchshof-Brauerei.                                                             (Hans Nützel, Kulmbach)



 



Der Wanderweg




Die letzte Wanderstrecke führt mit wechselnden Ausblicken über das weite Maintal und berührt dabei das Naherholungsgebiet „Mainaue“, Melkendorf, dessen Geschichte weit zurück reicht, das Schloss Steinenhausen und schließlich den Zusammenfluss von Weißem und Rotem Main zum Main, dem Fluss der Franken. Weit reicht der Blick rundum, wenn wir dem Frankenweg folgen und über Frankenberg, Gundersreuth und Dörnhof nach Peesten (mit dem schön gestalteten Zentrum und der Tanzlinde) wandern. Bald erwartet uns im Frühjahr ein wahres Blütenmeer, wenn im Umfeld vom nahen Lindenberg die bald 4500 Obstbäume in der Blüte stehen. Oberhalb des Ortes kommen wir aufwärts wandernd auf der Höhe in das geschichtsträchtige Zultenberg, am Beginn des Görauer Angers. Die letzten drei Kilometer sind der Höhepunkt unserer Wanderung, wenn wir vom Görauer Anger aus, vornehmlich bei schönem, klaren Wetter, den wahrlich einmaligen und unvergesslichen Ausblick genießen dürfen. Am kleinen Kirchlein in Görau geht der Frankenweg in die Verantwortlichkeit des Fränkischen-Schweiz-Vereins über.




 



Zugangswege:    Von Kasendorf nach Zultenberg.



 



Der Wegeverlauf



 



a.) Von der Priemershofer Brücke über die „Mainaue“ nach Melkendor     4,8 km



Von der Brücke aus wird uns der Weiße Main über weite Wegestrecken zum ständigen Begleiter. Gleich zu Beginn wandern wir an seinem Ufer auf dem Geh- und Radweg an der Kleingartenanlage „Zehn Eichen“ rechts vorbei zur Burghaiger Mainbrücke (2,5 km). Abstecher: 100 m zum historischen Gasthof „Zum Schwarzen Adler“ (E). Der Gasthof war schon im 15. Jahrhundert Schenkstatt der Herren von Waldenfels, deren Burg 1812 abgebrochen wurde. Das Gebäude  geht auf das 18./19. Jahrhundert zurück, das Kellergeschoss ist noch viel älter.



Wir überqueren den Main, wechseln bald über die Straße auf einen Gehweg, der uns zwischen Eisenbahn und B 289 bis zu einem Bahnübergang führt. Wir wandern auf dem Feldweg nach links durch harmonisch gestaltete Fluren mit schönen, sich ändernden Aussichten und biegen erst auf dem zweiten Weg nach rechts ab zur „Mainaue“ vor den Toren von Mainleus, zum Naherholungsgebiet von Kulmbach. Auf dem Fahrweg laufen wir nach links, überqueren den Weißen Main und erreichen auf einem Steig aufwärts den Ortsrand von Melkendorf (E – 2,5 km), das wahrscheinlich schon um das Jahr 1000 entstanden ist und der erste karolingische Gerichtsort (wahrscheinlich aus „maleiche“ = Gerichtsbaum) dieses Bereiches und Urpfarrei mit 13 Tochtergemeinden war.



 



b.) Von Melkendorf zur Tanzlinde in Peesten     6,4 km



 



Auf der Höhe eines mit Mischwald bestockten Steilhanges begleiten wir wieder den  Weißen Main auf einem angenehmen Pfad am Ortsrand zum Schloss  Steinenhausen (1 km), das die Außenstelle Nordbayern des Bayer. Landesamtes für Umweltschutz beherbergt. Der 1316 erstmals erwähnte, damals einzige Steinbau (Name!) blieb von Kriegseinwirkungen nahezu verschont. Die nahe Mühle brannte 1962 nach 646 Jahren ab.



Wir überqueren den Roten Main auf einem Holzsteg und folgen seinem Lauf am Ufer nach rechts, bis sich die beiden Quellflüsse zum 524 km langen Main (etwa 400 km sind schiffbar), dem Fluss der Franken, vereinigen. Von den Quellen am Ochsenkopf (W.M.) und im Lindenhardter Forst (R.M.) bis zur Mündung bei Mainz begleiten Wanderwege ihren Lauf. Hier soll in nächster Zeit ein Übergang geschaffen werden. Wir gehen kurz zurück und dann schräg über eine Wiese und auf einem Feldweg zum Bassin an der Straße auf der anderen Seite des Maintales: Abstecher Katschenreuth (E).



Wir überqueren die Straße und gehen an Frankenberg vorbei durch einen Hohlweg auf einem Wirtschaftsweg in die freie Flur. Der Fund eines Steinbeiles aus der Jungsteinzeit (5500 – 3200 v.Chr.) beweist, dass in Frankenberg schon weit eher Menschen gelebt haben müssen, als es die erste urkundliche Erwähnung (1361) belegt. Zusammen mit anderen Orten war Frankenberg für den Schutz der Mainübergänge verantwortlich.



Herrliche Rund- und Weitblicke werden uns nun im waldarmen Maintal bis zum Ziel in Görau zum ständigen Begleiter. So bietet sich schon nach Frankenberg eine eindrucksvolle Rundumsicht, mit einem besonders schönen Blick auf Wernstein und Veitlahm mit dem Patersberg und dem Umland. Auf naturbelassenen Wegen durch harmonisch gegliederte Fluren erreichen wir das schmucke, 1398 erstmals urkundlich erwähnte Dörfchen Gundersreuth (E – 2 km), dessen Zugehörigkeit zwischen dem markgräflichen Kulmbach und dem bischöflichen Weismain um 1500 strittig war.



Ein Fahrweg bringt uns zur Höhe, wo sich wieder eine eindrucksvolle Aussicht – nach beiden Seiten – nach Kulmbach und den Görauer Anger – bietet. Auf einem Feldweg kommen wir links in den 1492 erstmals urkundlich erwähnten, landwirtschaftlich geprägten Weiler Dörnhof (2 km). Der Name leitet sich von „dorn“ (= „Strauch“) ab.



Am Ortsende kommen wir über einen reizvollen Talgrund mit dem Sportplatz und einem Teich nach Peesten (E – 0,5 km): „Sandiger Ort“ könnte einst der Ortsname bedeutet haben. Mit der gelungenen Neugestaltung des Ortskerns und der altehrwürdigen Tanzlinde, deren Vorgängerin schon 1637 erwähnt wurde, entstand ein sehenswertes und liebevoll gepflegtes Dorfzentrum. Die vormaligen zwei Rittersitze wurden im Markgräfler Krieg zerstört. Viele Menschen mussten im 30-jährigen Krieg (1634) und durch eine Wolfsplage (1649) sterben.



 



c.) Von Peesten über den Görauer Anger nach Görau     7,7 km



 



Wir laufen die Hauptstraße nach rechts, biegen am letzten Anwesen nach links ab und kommen am Ortsrand entlang zum Waldrand und schließlich zum Wald hin. Wir biegen gleich in den ersten Waldweg nach rechts ab und verlassen ihn erst, wenn er sich abwärts zu neigen beginnt. Wir gehen kurz nach links aufwärts und biegen gleich wieder nach rechts ab.



Beim Waldaustritt öffnet sich der Blick auf den malerischen Ort Lindenberg, umgeben von Obstgärten mit 3500 (bald 4500) Bäumen. 1371 erlaubte der Bischof, ein Haus aus Holz zu bauen; 1430 wurde es Vestung, später Schloss genannt. Um 1820 wurde es abgebrochen. Auf dem Querweg unten nach links und dann am Waldrand rechts aufwärts wandernd, erreichen wir den Ort nur auf der Straße am Ortsrand (3,5 km). Gegenwärtig ist der nahe Gasthof nur sonntags geöffnet.



Wir laufen kurz die Straße aufwärts und genießen am Waldrand entlang nochmals die schöne Aussicht, ehe wir auf der Höhe des Dorfes links durch einen Hohlweg zur Höhe von Zultenberg wandern, und dann bald auf einem Wirtschaftsweg den Ort (E – 2 km) erreichen. Zahlreiche Funde aus der Bronzezeit (um 1000 v.Chr.) belegen, dass hier schon sehr früh Menschen lebten. Die Sprengungen von Munition nach dem Kriegsende auf dem Görauer Anger brachte den Menschen des Dorfes viel Leid – zwei Buben starben dabei.



Das letzte, auch schönste Teilstück des Frankenweges im Frankenwald, der Görauer Anger, liegt vor uns. Wir wandern am Albrand entlang, am Fluggelände (533 m), an einer großflächigen Panoramatafel, an den Sprenglöchern aus dem 2. Weltkrieg, an einer Sitzgruppe und einer Schafhutung vorbei und erreichen das idyllisch auf der Höhe gelegene Görau (3,5 km) mit der kleinen Kirche. Hier geht die Verantwortung für den Frankenweg an den Fränkischen-Schweiz-Verein über.



Schon am Ziel unserer zu betreuenden Wegestrecke sind wir fest überzeugt, dass wir begonnen haben, „einen neuen Stern am Himmel der deutschen Spitzenwanderwege“(WANDERMAGAZIN SPEZIAL 5/04) zu erwandern.



Das können wir nur bestätigen. Froh und zufrieden können wir nach 116 km am ersten Teilziel die Wanderschuhe ausziehen. Etwa 2000 Markierungszeichen und 200 Wegweiser, 9 Wandertafeln und Panorama- und Infotafeln haben uns sicher zu diesem ersten Ziel geführt. Neben den bisherigen 115 am Wegesrand stehenden Bänken und Sitzgruppen luden etwa 40 neue Bänke und etliche Sitzgruppen entlang des Frankenweges zwischen Untereichenstein und Görau auf einer Wegestrecke zum Verweilen ein.



Auf diesem letzten Teilstück erlebten wir noch einmal einen eindrucksvollen Höhepunkt. Es ist ein Erlebnis ganz besonderer Art, wenn wir hier ehrfürchtig und staunend die überwältigend schöne und weite Aussicht auf den Obermain, den Frankenwald, das Fichtelgebirge und südlich auch auf die Höhen der Fränkischen Schweiz erleben – ausgebreitet vor unseren Füßen wie in einem großen, bunten Bilderbuch. Staunend und dankbar erkennen und bewundern wir dabei die Größe und Schönheit von Gottes wunderbarer Schöpfung.



ACHTUNG! Tour ist Gesperrt

weiterlesenweniger

Tourinfos

Über diese Tour

Startort: Selbitzbrücke Dauer: 30 h Länge: 116.4 km Höhenmeterdifferenz: 2917 m Maximale Höhe: 794 m Minimale Höhe: 291 m

Service

Einkehrmöglichkeit

Was zeichnet die Tour aus

60% Kondition

Eignung

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
grün = geeignet, gelb = witterungsabhängig, rot = ungeeignet, grau = keine Infos vorhanden

Mit dem Handy scannen –
Daten unterwegs immer zur Hand

qrcode
Karte